Weißer Turm Nürnberg

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Weißer Turm Nürnberg: Mittelalterlicher Torturm mitten in der Stadt

Mitten zwischen den Geschäften der Nürnberger Altstadt steht ein Turm, der schon ein paar Jahrhunderte auf dem Buckel hat: der Weiße Turm am Ludwigsplatz. Und direkt davor ist ein besonderes Kunstwerk – eigentlich ein Brunnen. Aber die Nürnberger nennen ihn Ehekarussell. Die überlebensgroßen Figuren sorgen für viele neugierige Blicke.

Der Turm stammt vermutlich aus der Zeit um 1250. Er war eigentlich Teil der Nürnberger Stadtbefestigung. Durch sein Tor sind früher die Reisenden in die Stadt gekommen, Waren wurden kontrolliert und auch Maut kassiert. Heute ist der Turm eine Sehenswürdigkeit und hat innen die U-Bahn Station.

Und warum heißt der Turm eigentlich weiß, obwohl er inzwischen rötlich-braun aussieht? Das liegt an seinem früheren Anstrich. Die Geschichte dazu und einige Details am Turm lohnen einen genaueren Blick, wenn du ohnehin in der Breiten Gasse unterwegs bist.

Wo liegt der Weiße Turm in Nürnberg?

Der Weiße Turm steht am Ludwigsplatz, am westlichen Ende der Einkaufsmeile. Von hier erreichst du ganz schnell zu Fuß die Breite Gasse, die Karolinenstraße und den Jakobsplatz. Am einfachsten kommst du mit der U-Bahn hierher: Die Station Weißer Turm befindet sich direkt unter dem Platz. Der Zugang liegt in der Tordurchfahrt des alten Turms.

  • Breite Gasse Nürnberg: Die Einkaufsstraße beginnt gleich in der Nähe. Hier findest du Mode, Schuhe, Streetwear und weitere Geschäfte.
  • Karolinenstraße Nürnberg: Die Straße führt in Richtung Lorenzkirche und bietet weitere große Geschäfte und bekannte Marken.
  • Lorenzkirche Nürnberg: Die große gotische Kirche erreichst du zu Fuß in wenigen Minuten.
  • Jakobsplatz: Westlich des Turms liegen die Jakobskirche und die Elisabethkirche.

Warum heißt der Weiße Turm, obwohl er gar nicht weiß ist?

Früher war der Turm tatsächlich weiß. Das Mauerwerk war mit einer hellen Kalkschicht überzogen. Bei späteren Sanierungsarbeiten wurde diese Schicht entfernt, sodass heute die Backsteine und Sandsteinquader sichtbar sind. Der Name ist geblieben. Übrigens: Es gibt auch noch einen echten weißen Turm – in Südtirol. Hier der Link zum Weißen Turm in Brixen.

Wie alt ist der Weiße Turm?

Der Weiße Turm wurde vermutlich um 1250 errichtet. Er war Teil einer älteren Nürnberger Stadtbefestigung und gehörte zum sogenannten Inneren Spittlertor. Der Name verweist auf das frühere Elisabethspital, das sich in der Nähe befand. Damals sah die Stadt noch deutlich anders aus. Die einzelnen Siedlungsbereiche waren zunächst von eigenen Befestigungen umgeben. Der Weiße Turm sicherte den westlichen Zugang zur Lorenzer Stadtseite. Im Laufe der Zeit verlor die ältere Befestigung ihre militärische Bedeutung. Teile der Anlagen verschwanden, der Weiße Turm blieb jedoch stehen. Heute steht er frei auf dem Platz. Die früher anschließenden Mauern sind nicht mehr vorhanden.

Was ist die Barbakane vor dem Weißen Turm?

Wenn du vor dem Weißen Turm stehst, fällt dir neben dem hohen Turm eine niedrigere, rundliche Toranlage auf. Sie gehört zur Barbakane, einer vorgelagerten Befestigung, die den Zugang zusätzlich sichern sollte. Die roten Ziegeldächer und die kleinen Rundtürmchen sind ganz anders als der Weiße Turm. Die Anlage ist heute allerdings nicht mehr vollständig in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Im Laufe der Jahrhunderte wurden Teile verändert oder abgetragen. Im Zusammenhang mit dem Bau der U-Bahn wurde die Barbakane in ihrer historischen Form teilweise wiederhergestellt.

Was hat es mit dem Ehekarussell vor dem Weißen Turm auf sich?

Direkt vor dem Turm steht das Ehekarussell, ein großer Brunnen aus Marmor und Bronze. Der Bildhauer Jürgen Weber schuf das Werk; 1984 wurde es am Ludwigsplatz aufgestellt. Die Figuren zeigen in sechs Szenen verschiedene Phasen des Ehelebens – von der ersten Verliebtheit bis zu Streit, Alter und Tod. Die Vorlage war das Gedicht „Das bittersüße eheliche Leben“ des Nürnberger Meistersingers Hans Sachs aus dem Jahr 1541. Das Werk nimmt die Höhen und Tiefen einer Ehe bewusst drastisch und manchmal grotesk aufs Korn. Deshalb wirkt der Brunnen auf manche Besucher humorvoll, auf andere eher derb.

Geh ruhig einmal um die Figuren herum. Von jeder Seite siehst du andere Szenen. Wenn du genau hinschaust, erkennst du, wie sich die Darstellung von der verliebten Anfangsphase über die Konflikte bis zum Lebensende verändert. Der Brunnen wurde im Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau aufgestellt und bildet heute einen auffälligen Gegensatz zum mittelalterlichen Turm dahinter. Weitere Informationen findest du auf der offiziellen Seite zum Ehekarussell Nürnberg.

Kann man den Weißen Turm von innen besichtigen?

Der Weiße Turm ist kein Museum. Seine Tordurchfahrt dient als öffentlicher Zugang zur U-Bahn-Station. Du kannst den Turm, die Barbakane und das Ehekarussell von außen ansehen und kostenlos durch den Durchgang gehen. Wenn dich die Nürnberger Stadtbefestigung besonders interessiert, lohnt sich ein Besuch der anderen Türme in Nürnberg. Auf der Kaiserburg, kannst du in den Sinwellturm hinein und auch hinaufsteigen.

Wo kann man in der Nähe des Weißen Turms parken?

Der Weiße Turm steht mitten in der Fußgängerzone. Direkt am Ludwigsplatz gibt es keine Parkplätze. Wenn du mit dem Auto anreist, stellst du es am besten im Wöhrl Parkhaus ab. Weitere Informationen zu Parkhäusern, Gebühren und Zufahrten findest du auf meiner Übersichtsseite Parken in Nürnberg.

Welche Sehenswürdigkeiten liegen in der Nähe des Weißen Turms?

  • Breite Gasse Nürnberg: Direkt am Weißen Turm beginnt eine der großen Einkaufsstraßen der Altstadt. Hier findest du Mode, Streetwear, Schuhe und weitere Geschäfte. Besonders praktisch, wenn du Sightseeing mit einem Einkaufsbummel verbinden möchtest.
  • Karolinenstraße Nürnberg: Auch diese Einkaufsstraße ist schnell erreicht. Sie führt in Richtung Lorenzkirche und bietet große Modehäuser, Parfümerien und weitere bekannte Geschäfte.
  • Lorenzkirche Nürnberg: Die große gotische Kirche erreichst du in wenigen Minuten zu Fuß. Schau dir vor allem das reich verzierte Portal und die hohen Türme an. Wenn du Zeit hast, lohnt sich auch ein Besuch des Kircheninneren.
  • Kettensteg Nürnberg: Für diesen Abstecher solltest du etwas mehr Zeit einplanen. Die 68 Meter lange Fußgängerbrücke überspannt die Pegnitz und gilt als älteste erhaltene eiserne Kettenbrücke Kontinentaleuropas. Sie ist ein schönes Ziel, wenn du vom Ludwigsplatz lieber ans Wasser möchtest.
  • Weißgerbergasse Nürnberg: Die historische Gasse liegt im westlichen Teil der Altstadt und ist für ihre zahlreichen Fachwerkhäuser bekannt. Du kannst sie gut mit einem Spaziergang zum Kettensteg verbinden.
  • Henkersteg Nürnberg: Auch die überdachte Holzbrücke gehört zu den bekannten Fotomotiven an der Pegnitz. Verbinde den Besuch mit einem Abstecher zum Trödelmarkt und den historischen Häusern auf der kleinen Flussinsel. Die Wege entlang des Flusses eignen sich gut, wenn du die Altstadt abseits der Einkaufsstraßen erleben möchtest.

Häufige Fragen zum Weißen Turm Nürnberg

  • Wo steht der Weiße Turm? – Am Ludwigsplatz in der Nürnberger Altstadt, direkt bei der Breiten Gasse und der U-Bahn-Station Weißer Turm.
  • Wie alt ist der Weiße Turm? – Er entstand vermutlich um 1250 und gehört zu den älteren erhaltenen Teilen der Nürnberger Stadtbefestigung.
  • Warum heißt er Weißer Turm? – Das Mauerwerk war früher weiß gekalkt beziehungsweise hell überzogen. Der Anstrich wurde später entfernt.
  • Was war das Innere Spittlertor? – So hieß die historische Toranlage, zu der der Weiße Turm gehörte. Der Name bezieht sich auf das frühere Elisabethspital in der Nähe.
  • Was ist eine Barbakane? – Eine vorgelagerte Befestigungsanlage, die das eigentliche Stadttor zusätzlich schützen sollte.
  • Kann man den Weißen Turm von innen besichtigen? – Nein, eine reguläre Innenbesichtigung gibt es nicht. Durch die Tordurchfahrt gelangst du zur U-Bahn-Station.
  • Was hat der Weiße Turm mit der U-Bahn zu tun? – Beim Bau der U-Bahn wurde der historische Turm gesichert, damit der Tunnel darunter angelegt werden konnte. Die Station wurde 1978 eröffnet.
  • Was zeigt das Ehekarussell? – Der Brunnen von Jürgen Weber stellt in sechs Szenen verschiedene Phasen des Ehelebens dar. Vorlage war ein Gedicht von Hans Sachs.
  • Kostet der Besuch etwas? – Nein. Die Außenansicht, der Brunnen und die öffentliche Tordurchfahrt sind kostenlos.
  • Wie viel Zeit sollte ich einplanen? – Für den Turm, die Barbakane und das Ehekarussell reichen etwa 10 bis 15 Minuten. Wenn du anschließend einkaufen oder weitere Sehenswürdigkeiten besuchen möchtest, kannst du entsprechend länger bleiben.

Mein persönlicher Tipp

Wenn du am Weißen Turm stehst, schau ihn dir von beiden Seiten an. Von der Breiten Gasse aus erkennst du gut den hohen Turm über der niedrigeren Toranlage. Auf der Seite des Ludwigsplatzes hast du dagegen das Ehekarussell direkt davor.

Gerade hier lässt sich ein Stück Nürnberger Geschichte besonders anschaulich erleben: Früher wurde am Turm der Zugang zur Stadt kontrolliert, heute führt die U-Bahn hindurch. Und direkt daneben kommentiert ein moderner Brunnen das Eheleben mit ziemlich drastischen Szenen. Für diesen kurzen Stopp brauchst du keinen Umweg einzuplanen – du kommst beim Einkaufsbummel ohnehin vorbei.

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