Johannisfriedhof Nürnberg

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Blick über den Johannisfriedhof in Nürnberg
Blick über den Johannisfriedhof in Nürnberg, Foto: Mensch01, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Du findest hier 6500 Gräber auf dem besonderen Friedhof in Nürnberg
Du findest hier 6500 Gräber auf dem besonderen Friedhof in Nürnberg, Foto: Tilman2007, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der Johannisfriedhof Nürnberg

Der Johannisfriedhof in Nürnberg ist ein historischer Friedhof, der sich westlich der Nürnberger Stadtmauer im Stadtteil St. Johannis befindet. Er ist ein evangelischer Friedhof. Der Johannisfriedhof Nürnberg erstreckt sich über eine Fläche von etwa 3,8 Hektar. Auf diesem Friedhof befinden sich ungefähr 6500 Gräber, die historisch, kulturell und künstlerisch von Bedeutung sind. Der Johannisfriedhof ist kein gewöhnlicher Friedhof. Seine Wurzeln reichen weit zurück – bis ins 13. Jahrhundert, als er zunächst als Begräbnisstätte für Leprakranke diente. Diese lange Historie spiegelt sich in den zahlreichen kulturgeschichtlich bedeutsamen Gräbern wider, die über fünf Jahrhunderte hinweg angelegt wurden. Hier ruhen nicht nur die Nürnberger Bürger, sondern auch bedeutende Persönlichkeiten, Künstler, Handwerker und Gelehrte.

Der Friedhof beherbergt die Gräber vieler bekannter Persönlichkeiten, darunter der berühmte Künstler Albrecht Dürer, der Bildhauer Veit Stoß, der Humanist Willibald Pirckheimer, der Philosoph Ludwig Andreas Feuerbach, der Dichter Hans Sachs. Er ist bekannt für seine künstlerisch wertvollen Bronzeepitaphien. Der Friedhof ist weiterhin in Betrieb und gilt als Kulturerbe. Aufgrund seiner historischen Bedeutung und der künstlerischen Epitaphien ist der Johannisfriedhof ein Anziehungspunkt für Friedhofstouristen und eine der geheimen Nürnberg Sehenswürdigkeiten..

Deshalb gibt es den Johannisfriedhof

Ursprünglich war der Friedhof als Begräbnisstätte für Leprakranke eingerichtet worden. Papst Gregor IX. genehmigte bereits im 13. Jahrhundert einen Begräbnisplatz mit einer Kapelle, die später den Vorgängerbau der heutigen St.-Johannis-Kirche bildete. Im Laufe der Zeit diente der Friedhof auch Bauern aus der Umgebung als Bestattungsort. Die Johanniskirche wurde im 14. Jahrhundert geweiht und erfuhr bis heute nur geringfügige Veränderungen. Die Kapelle der Familie Holzschuher auf dem Friedhof ist ebenfalls eine Besonderheit.

Die besonderen Epitaphien aus Bronze

Der Johannisfriedhof in Nürnberg ist bekannt für seine einzigartigen und kunstvollen Bronzeepitaphien. Sie gehören zu den Besonderheiten dieses Friedhofs und sind herausragende kulturelle Schätze. Diese besonderen Grabmale sind ein besonderes Zeugnis der Sepulkralkultur vergangener Jahrhunderte. Die kunstvollen Bronzeepitaphien sind nicht nur einfach Grabmale, sondern wahre Meisterwerke der Handwerkskunst. Sie wurden von Nürnberger Rotschmieden gefertigt und sind Zeugnisse der handwerklichen Fertigkeiten sowie der Kreativität vergangener Epochen. Diese Grabmale spiegeln nicht nur das soziale Ansehen der Verstorbenen wider, sondern sind auch wichtige Quellen für die Handwerksgeschichte, die materielle Kultur und die Kunstgeschichte der jeweiligen Zeitperiode.

Was die Bronzeepitaphien auf dem Johannisfriedhof so einzigartig macht, ist ihre Vielfalt und Detailverliebtheit. Sowohl sozial privilegierte Personen als auch Angehörige verschiedener Berufe und Tätigkeiten sind auf diesen Grabmälern verewigt. Handwerker zeigten sich oft mit ihren Werkzeugen oder ihren geschaffenen Produkten. Diese kunstvollen Epitaphien auf dem Johannisfriedhof kannst du auch auf dem Rochusfriedhof sehen. Es sind kulturelle Schätze von unschätzbarem Wert. Auf anderen Friedhöfen sind die Epitaphien aus Stein, hier hin Nürnberg aus Bronze. Der Johannisfriedhof ist nicht nur eine letzte Ruhestätte für die Nürnberger Bevölkerung, sondern auch ein Ort von historischem und künstlerischem Interesse, der Besucher aus verschiedenen Gründen anzieht.

Das Albrecht Dürer Grab

Nach seinem am 6. April 1528 wurde Albrecht Dürer auf dem Johannisfriedhof begraben. Das Grab von Albrecht Dürer ist heutzutage eher eine Gedenkstätte als seine tatsächliche letzte Ruhestätte. Seine sterblichen Überreste sind nicht mehr vorhanden. Und das kam so: Nach seinem Tod kümmerte sich seine Frau Agnes um sein Grab. Nach ihrem Tod gab es keine Kinder, die die Grabpflege übernahmen. Die Stadt Nürnberg übernahm die Grabpflege bis 1651, dann folgte eine Neuvergabe des Grabs. Später besann man sich auf Nürnbergs berühmten Sohn und die Stadt Nürnberg übernahm das Grab erneut. So können Besucher heute das Dürer Grab samt Bronzeepitaphien besuchen. Der Weg zum Grab ist beschildert. auf. Es trägt die Grabnummer L 6-649. Hier der Link zur Google Karte.

Berühmte Gräber auf dem Johannisfriedhof

Auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg finden sich Gräber von zahlreichen prominenten Persönlichkeiten aus verschiedenen Epochen. Diese Ruhestätten sind nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch kulturell und künstlerisch wertvoll. Einige der berühmten Gräber auf dem Johannisfriedhof sind:

  1. Albrecht Dürer (1471–1528): Der berühmte Maler, Grafiker und Mathematiker der Renaissance wurde auf diesem Friedhof begraben. Dürer gilt als einer der bedeutendsten Künstler seiner Zeit.
  2. Veit Stoß (um 1447–1533): Ein Bildhauer und Holzschnitzer der Renaissance, dessen Werke auch heute noch bewundert werden können. Sein Grab auf dem Johannisfriedhof ist ein bedeutender künstlerischer Bezugspunkt.
  3. Willibald Pirckheimer (1470–1530): Ein Humanist, Gelehrter und enger Freund von Albrecht Dürer. Auch er fand seine letzte Ruhestätte auf diesem historischen Friedhof.
  4. Hans Sachs (1494–1576): Ein bekannter deutscher Schuhmacher, Dichter und einer der bekanntesten Meistersinger seiner Zeit.
  5. Ludwig Andreas Feuerbach (1804–1872): Ein atheistischer Philosoph, der bedeutende Werke zur Religionskritik verfasste.
  6. Georg Philipp Harsdörffer (1607–1658): Ein Dichter des Barock, Gründer des Pegnesischen Blumenordens und eine bedeutende Figur der Literaturgeschichte.
  7. Wenzel Jamnitzer (1507/08–1585): Ein herausragender Goldschmied und Kupferstecher der Renaissance, dessen Arbeiten weltweit bekannt sind.
  8. Johann Neudörffer der Ältere (1497–1563): Ein Schreib- und Rechenmeister, dessen Schriften und Arbeiten zur Kalligrafie bis heute geschätzt werden.

Diese Gräber sind nicht nur Orte des Gedenkens, sondern auch kulturelle und historische Zeugnisse, die die bedeutende Geschichte und künstlerische Vielfalt Nürnbergs repräsentieren. Sie ziehen jährlich zahlreiche Besucher an, die die Gelegenheit nutzen, um die Ruhestätten dieser bedeutenden Persönlichkeiten zu ehren und zu bewundern.

So findest du den Johannisfriedhof Nürnberg

Der Johannisfriedhof befindet sich im Westen der historischen Altstadt Nürnberg. Er liegt im Stadtteil St. Johannis, der im Jahr 1825 in die Stadt eingemeindet wurde. Der Friedhof befindet sich östlich der Pegnitz, einem Fluss, der durch die Stadt fließt. Die genaue Adresse des Johannisfriedhofs lautet: St. Johannis, 90419 Nürnberg, Deutschland. Der Friedhof wird von historischen Gebäuden umgeben, darunter die St.-Johannis-Kirche, die bereits aus dem 13. Jahrhundert stammt, und die Holzschuherkapelle, die zwischen 1506 und 1507 erbaut wurde. Diese beiden Gebäude sind wichtige Bestandteile der Friedhofsanlage und tragen zur historischen und kulturellen Bedeutung dieses Ortes bei.

Häufige Fragen zum Johannisfriedhof Nürnberg

Was ist der Johannisfriedhof Nürnberg?

Der Johannisfriedhof in Nürnberg ist ein historischer kirchlicher Friedhof mit großer kultureller und historischer Bedeutung. Er liegt westlich der Nürnberger Stadtmauer im Stadtteil St. Johannis, der im Jahr 1825 in die Stadt eingemeindet wurde. Der Friedhof umfasst eine Fläche von etwa 3,8 Hektar und beherbergt eine Vielzahl von historischen und künstlerisch wertvollen Grabstätten sowie Epitaphien aus Bronze.
Ursprünglich war der Friedhof als Begräbnisstätte für Leprakranke im 13. Jahrhundert angelegt worden. Die St.-Johannis-Kirche, die im 13. Jahrhundert errichtet wurde, bildet das Zentrum des Friedhofs. Über die Jahrhunderte hinweg wurde der Friedhof erweitert und diente als Bestattungsort für die Nürnberger Bevölkerung aus verschiedenen sozialen Schichten.
Eine Besonderheit des Johannisfriedhofs sind die kunstvollen Bronzeepitaphien, die für ihre künstlerische Gestaltung und historische Bedeutung bekannt sind. Diese Grabmale wurden von talentierten Rotschmieden gefertigt und spiegeln die Handwerkskunst sowie die Geschichte der Stadt Nürnberg wider.
Auf dem Johannisfriedhof befinden sich die Gräber vieler prominenter Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen wie Kunst, Wissenschaft, Handwerk und Musik. Berühmte Persönlichkeiten wie der Maler Albrecht Dürer, der Bildhauer Veit Stoß, der Philosoph Ludwig Andreas Feuerbach und viele andere haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.
Durch die Vielzahl an historisch und künstlerisch bedeutenden Grabstätten sowie die einzigartigen Bronzeepitaphien ist der Johannisfriedhof nicht nur ein Ort der Trauer und des Gedenkens, sondern auch ein beliebtes Ziel für Besucher, die sich für Kunst, Geschichte und Kultur interessieren.

Kann man den Johannisfriedhof besuchen?

Ja, der Johannisfriedhof in Nürnberg ist öffentlich zugänglich und kann von Besuchern besichtigt werden. Da der Friedhof als historische Sehenswürdigkeit von Bedeutung ist und zahlreiche berühmte Gräber sowie kunstvoll gestaltete Epitaphien aufweist, ist er ein Ziel für Interessierte, Touristen und Geschichtsbegeisterte. Es ist jedoch wichtig, den Friedhof als Ruhestätte zu respektieren und sich entsprechend ruhig und respektvoll zu verhalten, wenn man ihn besucht.

Wie sind die Johannisfriedhof Öffnungszeiten?

Die Öffnungszeiten des Johannisfriedhofs in Nürnberg sind wie folgt:
– April bis September: 7:00 Uhr bis 19:00 Uhr
– Oktober bis März: 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr
– Vom 6. Dezember bis 6. Januar: 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Diese Zeiten geben einen Überblick über die regulären Öffnungszeiten des Friedhofs entsprechend der Jahreszeiten und beinhalten auch spezifische Stunden während der Wintermonate und der Weihnachtszeit.

Muß man für den Johannisfriedhof Eintritt bezahlen?

Der Johannisfriedhof in Nürnberg ist öffentlich zugänglich und erhebt keinen Eintritt. Besucher können den Friedhof besichtigen und die historischen Epitaphien sowie die Gräber bekannter Persönlichkeiten erkunden, ohne dafür eine Gebühr entrichten zu müssen.

Finden auf dem Johannisfriedhof heute noch Begräbnisse statt?

Ja, der Johannisfriedhof in Nürnberg wird auch heute noch für Bestattungen genutzt. Trotz seiner historischen Bedeutung und der vielen berühmten Persönlichkeiten, die dort begraben sind, ist der Friedhof weiterhin in Betrieb. Sowohl die Stadt Nürnberg als auch die Evangelisch-Lutherische Friedhofsverwaltung sind für die Bestattungen auf diesem Friedhof verantwortlich. Es ist also ein Ort, der sowohl historisch als auch als aktiver Begräbnisort von Bedeutung ist.

Wer ist auf dem Johannisfriedhof begraben?

Auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg sind eine Vielzahl von bekannten Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen begraben. Einige der prominentesten Gräber auf diesem Friedhof umfassen:
Albrecht Dürer (1471–1528): Berühmter deutscher Maler, Grafiker und Mathematiker, der als einer der bedeutendsten Künstler der Renaissance gilt.
Veit Stoß (um 1447–1533): Bildhauer und -schnitzer, dessen Meisterwerke unter anderem der Krakauer Altar in der Marienkirche in Krakau sind.
Hans Sachs (1494–1576): Schuhmacher und Dichter, einer der bekanntesten deutschen Meistersinger.
Willibald Pirckheimer (1470–1530): Humanist, Gelehrter, Drucker und Übersetzer, bekannt für seine enge Freundschaft mit Albrecht Dürer und seine vielseitigen Interessen.
Georg Philipp Harsdörffer (1607–1658): Barocker Dichter und Gründer des Pegnesischen Blumenordens, einer berühmten Dichtergesellschaft.
Lazarus Spengler (1479–1534): Förderer der Reformation und einflussreicher deutscher Schreiber.
Ludwig Andreas Feuerbach (1804–1872): Atheistischer Philosoph und Anthropologe, der die materialistische Philosophie maßgeblich beeinflusste.
Sigmund von Birken (1626–1681): Dichter und Mitglied des Pegnesischen Blumenordens, bekannt für seine Barockdichtung und sein Engagement für die deutsche Sprache.
Johannes Petreius (um 1497–1550): Holzschnitzer, Buchdrucker und Verleger, der im 16. Jahrhundert in Nürnberg tätig war und bedeutende Werke veröffentlichte.
Christoph Jacob Trew (1695–1769): Arzt und Botaniker, der für seine Arbeit auf dem Gebiet der Botanik und der Naturwissenschaften bekannt ist.

Johannisfriedhof Nürnberg oder Zentralfriedhof Wien?

Die Wahl zwischen dem Johannisfriedhof in Nürnberg und dem Zentralfriedhof in Wien hängt von den persönlichen Vorlieben und Interessen ab. Beide Friedhöfe sind historisch bedeutsam und haben ihre eigenen einzigartigen Merkmale.
Der Johannisfriedhof in Nürnberg ist für seine historischen Bronze-Epitaphien, seine kulturelle Bedeutung und die Gräber bekannter Persönlichkeiten wie Albrecht Dürer, Veit Stoß und anderen berühmten Nürnbergern bekannt. Er ist ein Ort mit einer reichen Geschichte, der von vielen als Sehenswürdigkeit und Ort des kulturellen Erbes geschätzt wird.
Der Zentralfriedhof in Wien ist einer der größten Friedhöfe der Welt und beeindruckt durch seine Architektur, seine Parklandschaft und seine zahlreichen Grabstätten von berühmten Persönlichkeiten, darunter Komponisten wie Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms, Schriftsteller wie Franz Schubert, Falco, Udo Jürgens und viele andere prominente Künstler.
–> Zentralfriedhof Wien
Wenn du Wien besuchst, lohnt sich auch der Besuch am Stephansplatz samt dem Stephansdom, am berühmten Naschmarkt mit seinem Flohmarkt am Samstag, beim Hundertwasserhaus und auf der Donauinsel in Wien.

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