Weinstadel

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Weinstadel Nürnberg: Fachwerk, Geschichte und ein besonderer Blick auf die Pegnitz

Wenn du den Weinstadel in Nürnberg zum ersten Mal siehst, wird dir das Fachwerk auffallen. Dazu kommen die langen Holzgalerien und die wunderschöne Lage direkt an der Pegnitz. Zusammen mit dem benachbarten Wasserturm und dem Henkersteg gehört das Gebäude zu den bekanntesten Fotomotiven der Nürnberger Altstadt.

Doch der Weinstadel war nicht immer die malerische Kulisse, als die wir ihn heute kennen. Als das Gebäude im 15. Jahrhundert entstand, diente es der Unterbringung und Versorgung von Menschen, die an Lepra erkrankt waren. Später lagerte die Stadt hier Wein, bevor das Haus weitere ganz unterschiedliche Aufgaben übernahm. Ich nehme dich mit zur Geschichte des Weinstadels, zeige dir, worauf du bei einem Besuch achten solltest und verrate dir, welche Sehenswürdigkeiten du gleich daneben anschauen kannst.

Wo liegt der Weinstadel in Nürnberg?

Der Weinstadel liegt am Maxplatz in der nördlichen Nürnberger Altstadt, unmittelbar an der Pegnitz. Von der gegenüberliegenden Trödelmarktinsel blickst du auf das lang gestreckte Fachwerkgebäude. Direkt daneben steht der historische Wasserturm und der Henkersteg führt zur anderen Flussseite. Die Lage ist einer der Gründe, warum das Ensemble so beliebt ist. Du siehst hier nicht nur ein einzelnes historisches Haus, sondern mehrere Bauwerke, die zusammen eine besondere Kulisse bilden. Der Fluss, die Holzgalerien und die alten Mauern machen den Abschnitt der Pegnitz zu einem der reizvollsten Teile der Altstadt.

Was macht den Weinstadel so besonders?

Mit einer Länge von rund 48 Metern zählt der Weinstadel zu den größten Fachwerkhäusern Deutschlands. Das Gebäude wurde 1446 bis 1448 errichtet. Auf einem Sockel aus Sandstein stehen zwei Fachwerkgeschosse; darüber liegen weitere Geschosse unter dem großen Satteldach. Schau dir bei deinem Besuch ruhig einmal die Flussseite genauer an. Dort verlaufen die hölzernen Galerien entlang der Fassade. Auch die metallenen Wasserspeier sind interessante Details. Sie gehören zu den Bauteilen, die bei einem schnellen Foto leicht untergehen. Der Weinstadel wirkt von außen wie ein geschlossenes historisches Ensemble. Tatsächlich hat sich seine Nutzung im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Das Haus war Unterkunft für Kranke, Wohn- und Arbeitsstätte und Weinlager. Heute befindet sich darin ein Studentenwohnheim.

Wichtig für deinen Besuch: Der Weinstadel ist kein Museum. Das Innere ist umgebaut und wird als Wohngebäude genutzt. Du kannst die historischen Fassaden nur von außen von den öffentlichen Wegen rund um die Pegnitz aus betrachten.

Die Geschichte des Weinstadels: vom Leprosorium zum Weinlager

Der heutige Name lässt zunächst vermuten, dass das Gebäude von Anfang an mit Wein zu tun hatte. Tatsächlich kam diese Nutzung erst später. Die ursprüngliche Aufgabe des Hauses erzählt von einer ganz anderen Seite des mittelalterlichen Nürnbergs.

1446 bis 1448: Unterkunft für Menschen mit Lepra

Als der Weinstadel in den Jahren 1446 bis 1448 gebaut wurde, war er als Unterkunft für Leprakranke vorgesehen. Lepra war damals eine gefürchtete Krankheit. Betroffene wurden vielerorts aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und mussten außerhalb der Stadt oder in eigens dafür vorgesehenen Einrichtungen leben. Auch in Nürnberg gab es eine solche Regelung. Während der Karwoche, also in der Woche vor Ostern, wurden Menschen, die an Lepra erkrankt waren, im Weinstadel untergebracht und versorgt. Für drei Tage erhielten sie dort Nahrung und Unterkunft. Die Einrichtung ging auf eine Stiftung aus dem Jahr 1394 zurück. Wenn du heute vor dem Gebäude stehst, ist dieser Teil der Geschichte nicht unbedingt das Erste, woran du denkst. Die Fassade wirkt eher einladend und malerisch.

Ab dem 16. Jahrhundert: Woher der Name Weinstadel kommt

Die Nutzung als Unterkunft für Leprakranke wurde später aufgegeben. Die Versorgung wurde nach St. Johannis verlegt. Das Gebäude erhielt neue Aufgaben: Hier kamen unter anderem Handwerker und arme Familien unter. Zeitweise wurde es auch als Spinnhaus für Frauen und als Krankenunterkunft genutzt. Ab etwa 1571 lagerte die Reichsstadt Nürnberg Wein im Erdgeschoss. Daher stammt der Name Weinstadel, der sich bis heute gehalten hat. 1950 wurde der Weinstadel zu einem Studentenwohnheim umgebaut.

Der Weinstadel und der Wasserturm

Wenn vom Weinstadel die Rede ist: Schau dir auch den Wasserturm direkt daneben an. Beide Bauwerke stehen unmittelbar an der Pegnitz und bilden gemeinsam mit dem Henkersteg ein markantes Ensemble. Der Wasserturm ist ein massiver Turmbau aus dem frühen 14. Jahrhundert. Ursprünglich hatte er eine Aufgabe im Zusammenhang mit der Sicherung des Pegnitzabflusses. Später verlor er seine militärische Bedeutung und wurde zeitweise auch als Gefängnis genutzt.

Weinstadel als Fotospot: So findest du den schönsten Blick

Wenn du in Nürnberg gern fotografierst, solltest du dir für den Weinstadel etwas Zeit nehmen. Der bekannteste Blick zeigt das Fachwerkhaus zusammen mit dem Henkersteg und dem Wasser. Dafür lohnt es sich, nicht nur direkt vor dem Gebäude stehen zu bleiben, sondern auch die gegenüberliegende Flussseite einzubeziehen. Bei ruhigem Wasser sind Spiegelungen möglich, die das Motiv besonders interessant machen.

Mein Tipp für deine Fotos: Geh auf die Trödelmarktinsel und schau von dort in Richtung Weinstadel. So bekommst du das Gebäude zusammen mit der Pegnitz ins Bild. Je nach Standort kannst du auch den Henkersteg und den Wasserturm mit aufnehmen.

Welche Sehenswürdigkeiten liegen in der Nähe?

  • Henkersteg: Die überdachte Holzbrücke führt über die Pegnitz und verbindet den Trödelmarkt mit dem Unschlittplatz. Gleich daneben stehen der Henkerturm und das Henkerhaus. Dort erfährst du mehr über die Geschichte der Nürnberger Scharfrichter.
  • Kettensteg: Die historische Fußgängerbrücke ist ein weiteres interessantes Bauwerk über der Pegnitz. Er lässt sich gut mit dem Weinstadel verbinden.
  • Weißgerbergasse: Hier stehen ganz viele historische Fachwerkhäuser. Die Gasse vermittelt einen anderen Eindruck vom alten Nürnberg und ist besonders interessant, wenn du dir die Architektur der Bürgerhäuser genauer anschauen möchtest.
  • Hauptmarkt: Vom Weinstadel kannst du deinen Spaziergang in Richtung Hauptmarkt fortsetzen. Dort findest du unter anderem die Frauenkirche und den Schönen Brunnen.
  • Wenn du mehrere dieser Orte besuchen möchtest, hilft dir unser Altstadtrundgang durch Nürnberg bei der Planung.

Praktische Tipps für deinen Besuch

  • Kostet der Weinstadel Eintritt? Nein. Du kannst das Gebäude von den öffentlichen Wegen aus kostenlos anschauen. Allerdings ist eine Besichtigung im Inneren nicht möglich, da sich darin ein Studentenwohnheim befindet.
  • Wie viel Zeit solltest du einplanen? Für den Weinstadel selbst reichen etwa 10 bis 20 Minuten, wenn du dir die Fassade ansehen und Fotos machen möchtest.
  • Wie kommt man zum Weinstadel? Am besten erreichst du den Weinstadel zu Fuß bei einem Rundgang durch die Altstadt. Informationen zur Anfahrt findest du auf unserer Seite Anreise nach Nürnberg.
  • Wo am Weinstadel parken? Wenn du mit dem Auto kommst, informiere dich vorab über die Parkhäuser im Zentrum. Unter Parken in Nürnberg findest du weitere Hinweise für die Planung.
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