Geheimtipps Nürnberg

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Geheimtipps Nürnberg: 10 Orte, an denen du die Stadt für dich hast

Hast du Lust auf 10 besondere Nürnberg Geheimtipps? Wenn du die Altstadt Nürnberg besucht, findest du schnell den Hauptmarkt, die Kaiserburg und stehst im Gedränge um den Schönen Brunnen. Und auch wenn viele Besucher nach Nürnberg kommet – es gibt noch einige Ecken, an denen nicht soviel los ist. Selbst viele Einheimische kennen nicht die Gärten hinter den hohen Mauern, die Gräber mit bronzenen Grabdeckeln, den Atombunker unter den Gleisen und eine kleine Wiese mitten in der Pegnitz. Hier findest du zehn Orte, die in keinem Standard-Rundgang auftauchen.

1. Bürgermeistergarten: Rosen auf der Burgbastei

Der Bürgermeistergarten liegt oben auf der Burganlage und ist nicht leicht zu finden und das macht ihn zu einem Geheimtipp in Nürnberg. Von der Kaiserstallung gehst du links am wuchtigen Fünfeckturm vorbei, durch ein kleines Tor auf die obere Bastei und plötzlich stehst du im Rosengarten. Den Namen trägt er, weil dieser Teil der Burganlage früher an den Bürgermeister vermietet war. Wenn du genau schaust, findest du auf der Mauer den Ausblick über die Dächer der Altstadt. Die Wege sind schmal, hier und da steht eine Bank, und selbst im Sommer sitzt oft nur eine Handvoll Leute da. Wenn du von der Kaiserburg kommst, nimm dir zehn Minuten für den Bürgermeistergarten.

2. Liebesinsel: Eine Wiese zwischen zwei Flussarmen

Keine echte Insel, aber fast: Die Liebesinsel ist der östliche Zipfel des Trödelmarkts, genau dort, wo sich die Pegnitz teilt. Auf der grünen Wiese kannst du sitzen, lesen oder picknicken, während das Wasser links und rechts vorbeizieht. Von der Fleischbrücke aus siehst du die ovale Wiese wie ein kleines Bild. Nimm eine Decke mit, hol dir vorher etwas zu essen in der Altstadt – und aus der geplanten Pause wird leicht ein ganzer Nachmittag.

3. Dürers Grab auf dem Johannisfriedhof: Ein Rosengarten voller Geschichten

Albrecht Dürer liegt nicht in einer Kirche, sondern auf einem Friedhof – und zwar im Grab mit der Nummer 649 auf dem Johannisfriedhof. Es ist das Familiengrab seiner Frau Agnes Frey, in dem er 1528 beigesetzt wurde. Zwei Bronzetafeln mit Inschriften schmücken den Stein. Meist liegen Blumen darauf, manchmal ein gemalter Hase, eine Anspielung auf Dürers berühmte Zeichnung. Vom Hauptmarkt aus brauchst du zu Fuß etwa 20 bis 25 Minuten. Mehr zur Stätte findest du auf meiner Seite zum Johannisfriedhof. Das Albrecht-Dürer-Haus liegt unter der Burg und passt gut dazu. So siehst du den Ort, an dem Dürer lebte und den, an dem er ruht.

Auch der restliche Friedhof ist sehr sehenswert. Schau ihn dir mal im Frühling an. Er ist für seine Rosen bekannt. Auf den Gräbern liegen Epitaphien aus Bronze, die in dieser Vielfalt kaum anderswo zu finden sind. Das Epitaph des Goldschmieds Hans Bauch von 1622 zeigt einen Mann, der seinen beachtlichen Bauch im Schubkarren fährt. Ein Stück weiter erinnert eine Bronzegitarre an einen Musiker, der 1989 starb. Geh langsam, lies die Inschriften und schau auf die Details.

4. Hesperidengärten: Zitronenbäume hinter Hausfassaden

Mitten in St. Johannis, hinter unscheinbaren Hausfassaden, verstecken sich Barockgärten, in denen wohlhabende Nürnberger Familien seit der frühen Neuzeit Ziergärten mit Zitrusbäumen, Statuen und Brunnen anlegen ließen. Der Name erinnert an die goldenen Äpfel der Hesperiden aus der griechischen Mythologie. Zugänglich sind die Gärten über die Johannisstraße 13 und 47. Im Garten Nr. 13 siehst du, wie ein Nürnberger Barockgarten des frühen 18. Jahrhunderts aussah, mit Gartenhaus und Skulpturen. Die Zitrusbäume stehen in Kübeln, weil sie im Winter ins Warme müssen. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist in der Regel von April bis Oktober. Die Gärten lassen sich gut mit dem Besuch auf dem Johannisfriedhof verbinden.

5. Rochusfriedhof: Der stille Friedhof in Nürnberg

Der Rochusfriedhof im Westen der Stadt ist weniger bekannt als der Johannisfriedhof. Er wurde ebenfalls 1518 eröffnet. Hier liegen der Bronzegießer Peter Vischer der Ältere, dessen Familiengrab die Nummer 90 trägt, und der Komponist Johann Pachelbel. Auf dem Familiengrab der Vischers steht in lateinischer Sprache der Spruch „Denk an das Leben, nicht an den Tod“. Auch der Nürnberger Henker Franz Schmidt fand hier seine letzte Ruhe. Die Rochuskapelle auf dem Gelände stammt von Hans Beheim dem Älteren. Mehr dazu auf meiner Seite zum Rochusfriedhof.

6. Kleingärten im Burggraben: Salat unter der Kaiserburg

Im Burggraben unterhalb der Nordseite der Burg liegen dreizehn Kleingärten, die kaum jemand kennt. Du gehst vom Albrecht-Dürer-Haus nach Norden durch das Tiergärtnertor, auf der anderen Seite führt eine alte Holztreppe hinab in den Graben. Dann spazierst du nach Osten, vorbei an Gartenlauben, Beeten und der mächtigen Burgmauer. Verpachtet werden die Gärten nur an Mitglieder der Schnepperschützen, eines Schützenvereins, der schon 1506 in einem Ratserlass erwähnt wird. Die Schnepper war eine leichte Armbrust, mit der die Bürger früher die Stadt verteidigten. Geschossen wird hier heute kaum noch, dafür gegärtnert und gefeiert. Die Gärten sind privat, genieße den Blick also vom Weg aus.

7. Atombunker unter dem Hauptbahnhof: Zwei Wochen Überleben im Jahr 1977

Tausende Pendler laufen jeden Tag an den Türen vorbei und ahnen nichts davon: In der Königstorpassage unter dem Hauptbahnhof liegt Nürnbergs größte Bunkeranlage. Gebaut wurde sie in den 1970er-Jahren, als beim Bau der U-Bahn die Mittelhalle des Bahnhofs aufgerissen wurde. Die schwere Natursteinfassade wurde auf Betonsäulen gestellt, darunter entstand der Bunker. Ein direkter Treffer hätte ihm nicht standgehalten, aber vor radioaktivem Niederschlag sollten hier knapp 2.500 Menschen bis zu zwei Wochen lang Schutz finden. Er sollte auch vor biologischen und chemischen Angriffen schützen.

Bei der Führung gehst du durch die original erhaltenen Räume, siehst Filter- und Lüftungsanlagen, Notstrom, Wasserversorgung und Notküche und darfst dich auf die Pritschen setzen. Jahrzehntelang war die Anlage ein „Lost Place“, seit März 2024 gibt es täglich Führungen, immer um 14:30 Uhr. Sie dauern etwa 75 Minuten, die Gruppen sind auf 20 Personen begrenzt. Veranstalter sind die Nürnberger Unterwelten, die auch durch die Historischen Felsengänge führen.

8. Mittelalterliche Lochgefängnisse: Zwölf Zellen unter dem Rathaus

Das Alte Rathaus sieht von außen aus wie ein italienischer Palazzo. Darunter liegt eine ganz andere Welt: die Lochgefängnisse aus dem 14. Jahrhundert. Zwölf winzige Zellen, in den Sandstein geschlagen, dazu eine größere, die „Kapelle“, die als Folterkammer diente. Auch Folterinstrumente sind zu sehen. Hier warteten Häftlinge auf ihr Urteil, und wer hereinkam, kam oft nicht mehr lebend heraus. Der Besuch ist nur mit Führung möglich, sie dauert etwa 45 Minuten. Für Kinder unter zehn Jahren ist sie nicht geeignet. Eine gute Wahl, wenn du Geschichte lieber spürst als liest.

9. Pellerhof: Ein Renaissance-Hof hinter moderner Fassade

Am Egidienplatz 23 siehst du eine nüchterne Fassade aus den 1950er-Jahren. Dahinter versteckt sich einer der schönsten Renaissance-Höfe der Stadt. Der Kaufmann Martin Peller ließ das Haus zwischen 1602 und 1607 bauen, nachdem er in Venedig gelernt hatte. Im Zweiten Weltkrieg wurde fast alles zerstört, vom alten Gebäude blieben nur der Keller, Teile des Erdgeschosses und der Treppenturm. Die Altstadtfreunde Nürnberg haben den Hof anhand historischer Unterlagen wieder aufgebaut. Die steinernen Löwen im Hof wurden aus dem Trümmerschutt geborgen. Heute befindet sich im Gebäude das „Haus des Spiels“. Der Innenhof ist an Wochenenden nachmittags geöffnet, kostenlos zugänglich und selten überlaufen.

10. Parkhaus Adlerstraße: Die ungewöhnlichste Aussicht der Altstadt

Geheimtipps Nürnberg - diesen unglaublich schönen Blick hast du vom Dach eines Parkhauses
Geheimtipps Nürnberg – diesen unglaublich schönen Blick hast du vom Dach eines Parkhauses

Zum Schluss ein Geheimtipp für einen extrem coolen Aussichtspunkt mitten in der Altstadt: Das oberste Deck des Parkhauses Adlerstraße gilt unter Einheimischen als einer der besten Aussichtspunkte auf die Stadt. Von oben siehst du die Burg, die roten Dächer und die Türme der Altstadt, ohne eine einzige Stufe zu steigen. Am schönsten ist es abends, wenn die Sonne tief steht und die Stadt in warmes Licht taucht. Im Hochsommer ist es ruhig und der Blick frei. Allerdings kommst du hier noch hinauf, wenn du auch dein Auto im Parkhaus abstellst.

So verbindest du die Nürnberg Geheimtipps zu Touren

  • Burgberg-Runde: Bürgermeistergarten und Kleingärten im Burggraben. Dazu passen das Tiergärtnertor, der Tiergärtnertorplatz und das Albrecht-Dürer-Haus.
  • Altstadt-Runde: Lochgefängnisse, Pellerhof, Liebesinsel und zum Abschluss das Parkhaus Adlerstraße. Der Hauptmarkt mit dem Schönen Brunnen liegt auf dem Weg.
  • Friedhofs- und Gartenrunde: Johannisfriedhof mit Dürers Grab und danach die Hesperidengärten. Der Rochusfriedhof lohnt eine eigene Tour.
  • Bahnhofs-Runde: Von der Altstadt über die Königstraße zum Atombunker. Auf dem Weg kommst du am Frauentor und am Königstor vorbei. Auch praktisch, wenn du vor der Abreise noch Zeit am Bahnhof hast.

Mehr Orientierung bekommst du über unseren Altstadt-Rundgang und die Karte.

Gut zu wissen

  • Führungen buchen: Atombunker und Lochgefängnisse sind nur mit Führung zugänglich. Plätze sind gerade am Wochenende schnell vergeben.
  • Öffnungszeiten: Friedhöfe und Gärten sind meist tagsüber geöffnet, im Winter oft kürzer. Prüf die Zeiten vor dem Besuch.
  • Respekt: Friedhöfe sind Orte der Ruhe, die Kleingärten im Burggraben sind privat.
  • Anreise: Vom Hauptbahnhof erreichst du die Altstadt in wenigen Minuten zu Fuß. Wenn du mit dem Auto kommst, findest du alle Möglichkeiten zum Parken.

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