Neutorturm Nürnberg: Der runde Wehrturm am Neutor
Der Neutorturm steht auch in der Nürnberger Altstadt gleich oben nahe der Kaiserburg. Mit seinen dicken, runden Sandsteinmauern ist er einer der markanten Türme der alten Stadtbefestigung. Ursprünglich war der Turm allerdings eckig. Erst im 16. Jahrhundert bekam er seine runde Ummantelung, die ihn besser gegen Kanonenbeschuss schützen sollte.
Du kannst dir den Turm und die Toranlage von außen anschauen. Eine Innenbesichtigung ist nicht möglich. Wenn du dich für die Nürnberger Stadtmauer interessierst, lohnt sich der kurze Abstecher trotzdem.
Wo liegt der Neutorturm in Nürnberg?
Der Neutorturm befindet sich am Neutorzwinger im westlichen Teil des Burgviertels. Die Toranlage liegt an einer alten Ausfallstraße, die aus der Stadt in Richtung St. Johannis und weiter nach Fürth, Würzburg und Frankfurt führte. Wenn du sowieso die Kaiserburg besichtigst oder am Tiergärtnertorplatz bist, kannst du den Neutorturm in deinen Spaziergang durch die nördliche Nürnberger Altstadt einbauen. Auch das Albrecht-Dürer-Haus und das Pilatushaus sind in der Nähe vom Neutor.
Was kannst du am Neutorturm sehen?
Der Turm besteht aus Sandsteinquadern. Unten sind die Steine besonders kräftig und rustikal. Oben befand sich die Geschützplattform, von der aus die Stadt verteidigt werden konnte. Neben dem runden Tor hat die Verteidigungsanlage den äußeren und ein inneren Torbau sowie die Wehrmauern. Am Turm findest du den Buchstaben K. Er gehört zur historischen Kennzeichnung der Nürnberger Stadtbefestigung. Die Türme und Tore waren nach Farben und Buchstaben geordnet. Der Neutorturm trug die Bezeichnung „Grünes K“.
Warum ist der Neutorturm rund?
Der Neutorturm war ursprünglich ein eckiger Turm. Sein Kern stammt aus dem späten 14. Jahrhundert. Als sich die Waffentechnik weiterentwickelte und Kanonen eine größere Rolle spielten, mussten die Nürnberger ihre Befestigungen verstärken. Um 1559 erhielt der Turm deshalb einen massiven runden Steinmantel. Die abgerundete Form bot Geschossen weniger Angriffsfläche als eine große, gerade Mauerfläche. Auch die anderen großen Tortürme Nürnbergs wurden in dieser Zeit verstärkt. Der Neutorturm gehört zu den vier runden Tortürmen der Stadt. Die anderen stehen am Laufer Tor, am Frauentor und am Spittlertor. Wenn du dir auch das südöstliche Ende der Altstadt ansiehst, findest du dort den Frauentorturm.
Wie alt sind Neutor und Neutorturm?
Das Neutor wird erstmals 1377 erwähnt. Bis weit ins 19. Jahrhundert gehörte es zu den wenigen Zugängen durch die Nürnberger Stadtbefestigung. Menschen, Waren und Fuhrwerke passierten hier die Stadtgrenze. Die vorgelagerte Neutorbastei entstand 1563/64. Eine Besonderheit aus der Geschichte: Während des Zweiten Weltkriegs diente der Neutorturm als Luftschutzbunker für Kunstschätze.
Kannst du den Neutorturm von innen besichtigen?
Den Neutorturm kannst du dir nur von außen anschauen. Eine öffentliche Besichtigung des Innenraums gibt es nicht. Interessant ist auch die Toranlage mit den anschließenden Mauern. Sie gehören zur früheren Nürnberger Stadtbefestigung. Für den Neutorturm würde ich keinen Umweg machen. Wenn du aber ohnehin bei der Kaiserburg und am Tiergärtnertorplatz unterwegs bist, kannst du hier kurz vorbeischauen.
Mein persönlicher Tipp
Für den Neutorturm selbst reichen ein paar Minuten. Du kannst die Anlage von außen ansehen und dir die verschiedenen Torbauten und Mauern genauer anschauen. Wenn du mehr über die frühere Befestigung Nürnbergs erfahren möchtest, lohnt sich ein längerer Spaziergang durch das Burgviertel. Auf der Übersichtsseite St. Sebald findest du weitere Sehenswürdigkeiten im nördlichen Teil der Altstadt.

